36 Jahre Unabhängigkeit –
Nationalfeiertag Lettland
Die Rede von Botschafterin I.E. Alda Vanaga zum Nationalfeiertag war zugleich ihre Abschiedsrede. Im Sommer 2026 endete ihre vierjährige Amtszeit als Botschafterin Lettlands in Deutschland
Trotz 50 Jahre sowjetischer Besatzung habe der Wille der Lettinnen und Letten zur Selbstbestimmung überlebt. Besonders hob sie den „Baltischen Weg“ von 1989 hervor, als Menschen aus Lettland, Estland und Litauen gemeinsam ein starkes Zeichen gegen die sowjetische Herrschaft setzten und für ein freies, demokratisches und europäisches Baltikum eintraten. Mut und Entschlossenheit hätten damals die Grundlage für das heutige Lettland geschaffen – ein selbstbewusstes europäisches Land mit dynamischer Entwicklung.
Worte der Wertschätzung: Die Botschafterin von Liechtenstein I.E. Isabel Frommelt-Gottschald würdigte die Arbeit von Botschafterin Vanaga
Die Festgesellschaft im Garten der Botschaft
Die Botschafterin von Kanada I.E. Vera Alexander und der Botschafter von Bahrain S.E. Ahmed Abdulrahman Ahmed Al Qarainees
S.E. Vicente Albornoz, Botschafter von Ecuador und die Botschafterin Lettlands
Lehren aus sowjetischer Besatzung
"Deutschland war und ist ein wichtiger Partner und Freund, der Lettland seit den 1990er Jahren unterstützt hat und mit unserem Land bis heute eng zusammenarbeitet in Politik, Wirtschaft sowie Sicherheits- und Verteidigungsfragen", sagte Botschafterin Vanaga. Die Erfahrungen der sowjetischen Besatzung prägten bis heute das Bewusstsein für die Zerbrechlichkeit von Freiheit und Demokratie. Der Krieg in der Ukraine erinnere daran, wie wichtig der tägliche Einsatz für diese Werte sei.
v.li.: Der Botschafter von Litauen S.E. Giedrius Puodziunas; Lars Rohwer, Mitglied des Deutschen Bundestages; die Botschafterin von Zypern I.E. Maria Papakyriakou; I.E. Alda Vanaga, Botschafterin von Lettland; Johannes Schraps, SPD, Mitglied des Deutschen Bundestages; I.E. Marika Linntam, Botschafterin Estlands
Engagiert für das Baltikum:
Die Honorarkonsulin von Lettland Dr. Sabine Sommerkamp-Homann und Thomas von Lüpke, der Vorsitzende der Deutsch-Baltischen Zukunftsstiftung
Lettische Kultur
Ein zentraler Teil der Rede widmete die Botschafterin der lettischen Kultur. Volkslieder, Sängerfeste sowie Literatur und Kunst hätten geholfen, die nationale Identität und Hoffnung auch unter den Bedingungen der Zensur zu bewahren. Diese kulturelle Stärke wirke bis heute fort und zeige sich in international bekannten lettischen Künstlerinnen und Künstlern. Abschließend wies die Botschafterin darauf hin, dass die lettische Stadt Liepaja 2027 Europäische Kulturhauptstadt sei und lud dazu ein, diesen Anlass zu nutzen, um Lettland kennenzulernen. Sie dankte den deutschen Partnern sowie den scheidenden Kollegen für die erfolgreiche Zusammenarbeit und ihren Beitrag zur Vertiefung der deutsch-lettischen Beziehungen.
Zwei Folkloregruppen gestalteten das musikalische Programm
Würdigung und Abschied
Eine ganz besonders herzliche Würdigung wurde der Botschafterin von ihrer Kollegin H.E. Isabel Frommelt-Gottschald zuteil, Botschafterin des Fürstentums Liechtenstein. Sie bedankte sich für die kompetente Zusammenarbeit und lobte die Ausgeglichenheit und Stärke der lettischen Botschafterin. Nach Darbietungen lettischer Folkloregruppen waren die Gäste zu einem Buffet mit baltischen Spezialitäten eingeladen.
Prof. Dr. Rüdiger von Rosen mit Ehefrau Victoria. Von Rosen war Honorarkonsul der Republik Lettland in Frankfurt am Main