Politics & Standpoints

Diplomacy and Architecture. New embassy buildings
in Berlin

05.09.2025
As the centre of international diplomatic representation in Germany, Berlin is home to around 160 embassies. Many of these have been built in recent years. These embassies’ architecture reflects the culture, history, tradition and geography of their respective countries in a fascinating way.

Wir stellen eine kleine Auswahl von neu errichteten Botschaften vor. Wir beginnen mit der Botschaft Bangladeschs. Das Botschaftsgebäude im Berliner Tiergartenviertel wird gerade erst gebaut. Das Foto, eine Visualisierung, stammt vom Architekturbüro, das die Botschaft entworfen hat. 2026 soll sie bezugsfertig sein. Die anderen drei Botschaften, die wir vorstellen – Griechenland, Indonesien, Polen –, sind vor kurzem in ihre neuen Gebäude eingezogen.

ROTE ZIEGEL UND BENGALISCHE KERAMIK.
Die neue Botschaft der Volksrepublik Bangladesch
Das Berliner Architekturbüro Peter Ruge Architekten wurde mit dem Neubau der Botschaft der Volksrepublik Bangladesch in Berlin beauftragt. Das Gebäude auf dem rund 2.500 m² großen Areal, im traditionellen Botschaftsviertel an der Tiergartenstraße gelegen, in Nachbarschaft zu den Botschaften von Japan, Italien und Saudi-Arabien, soll 2026 fertiggestellt sein.  Im Erdgeschoss sowie im ersten, zweiten und dritten Obergeschoss befindet sich der Botschaftsbereich mit einem Mehrzweckraum für bis zu 199 Personen, während im 4. und 5. Stock die Residenz des Botschafters als zweigeschossiges Penthouse untergebracht ist. Repräsentative Bereiche werden mit textilen Wandbespannungen versehen sein. Das Untergeschoss ist für Tiefgaragen sowie Technik- und Servicebereiche konzipiert.  Die Fassade wird mit traditionellen Bangladesch-Ziegeln in Rottönen gestaltet, Teilbereiche mit Keramikplatten versehen – bengalisches Kunsthandwerk aus Bangladesch.  Im Außenbereich wird in drei Gärten auf bedeutende historische und kulturelle Symbole Bangladeschs verwiesen, u.a. mit einer Seerosen-Skulptur. Die Seerose ist auch ein nationales Symbol Bangladeschs. Konzept: Peter Ruge Architekten GmbH

Visualisierung der Botschaft der Volksrepublik Bangladesch

BOTSCHAFT DER HELLENISCHEN REPUBLIK.
Hiroshimastraße 11–15, 10785 Berlin
Das denkmalgeschützte Gebäude im Art-Déco-Stil links und der moderne Anbau rechts sind durch ein circa 15 Meter hohes Atrium miteinander verbunden. Mit dem Atrium ist eine großartige Location entstanden für diplomatische und kulturelle Events. 2022 erfolgte der Umzug der Botschaftsbüros in das neue Gebäude. Am 25. März – dem Nationalfeiertag, der an den griechischen Freiheitskampf von 1821 erinnert – wurde die griechische Flagge feierlich gehisst.  Die aufwändige Sanierung der alten, 1910/1911 erbauten Stadtvilla erfolgte nach hohen Energieeffizienzkriterien, alte Architekturelemente wurden im Art-Déco-Stil restauriert und neueste Heizungs- und Belüftungstechnologien zur Energieeinsparung verwendet. Der Innenhof erhielt ein Atrium mit Glasdach. Das neue Gebäude entspricht den heutigen Nachhaltigkeitsstandards. Konzept: Architekturbüro Apostolos Doxiadis 

Botschaft der Hellenischen Republik

BOTSCHAFT DER REPUBLIK INDONESIEN.
Clara-Wieck-Straße 1, 10785 Berlin
Von Wasser und Wellen inspirierte Designmerkmale verweisen auf die faszinierende Geografie Indonesiens, einem Archipel aus mehr als 17.000 Inseln. Die fließenden Linien an der Fassade zitieren die eleganten Segel traditioneller Phinisi-Schiffe – eine Hommage an die maritimen Traditionen des Landes.  Der monumentale Haupteingang mit der zweisprachigen Beschriftung: „KEDUTAAN BESAR REPUBLIK INDONESIA” und „BOTSCHAFT DER REPUBLIK INDONESIEN” trägt ein dekoratives Wayang-Paneel.  Der Innenbereich integriert Elemente traditioneller Architektur und Kunst. Im gesamten Gebäude wurden SVLK-zertifizierte Holzböden verarbeitet. Das indonesische Zertifikat für die Holzwirtschaft ist die Voraussetzung für Holz-Importe aus Indonesien in die EU. Es verpflichtet die Produzenten zu nachhaltiger und sozialer Forstwirtschaft. Die Holzfußböden sorgen für eine angenehme, warme Atmosphäre, ebenso die Batiktextilien und Schnitzereien, Gemälde und Skulpturen. Multifunktionale Räume schaffen die Voraussetzung für unterschiedlichste Veranstaltungen, von diplomatischen Zusammenkünften bis hin zu nationalen Feierlichkeiten mit Platz für bis zu 500 Personen. Durch die Verbindung von Kultur und Tradition mit zeitgenössischem Design ist die Botschaft mehr als nur ein Ort für Diplomatie. Sie ist ein kulturelles Statement und präsentiert Indonesien der Welt als eine Nation, die zugleich zukunftsorientiert und tief in ihrer Geschichte verwurzelt ist. Der Umzug der Botschaft an den neuen Standort erfolgte im Dezember 2024. Konzept: GMP Architekten 

Botschaft der Republik Indonesien

NEUBAU DER POLNISCHEN BOTSCHAFT.
Unter den Linden 70, 10117 Berlin
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Die polnische Botschaft befindet sich  Unter den Linden 70. Sie wurde von JEMS Architekci aus Warschau entworfen, die den ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen hatten. Das Grundstück gehört schon seit 1964 Polen und 1967 wurde das neue Gebäude für die polnische Botschaft in der DDR eingeweiht. Der Stahlskelettbau mit vorgehängter Metall- und Glasfassade sowie farbigen Brüstungsfeldern unterhalb der Fenster in den Obergeschossen wurde vom Architektenkollektiv Emil Leybold und Christian Seyfarth entworfen. 224 Blätter aus Stahl, entworfen und ausgeführt vom Metallkünstler Fritz Kühn, schmückten den Eingang zur Botschaft. Die gefalteten Metallkreise mit eingeätzten stilisierten Lindenblättern stellten einen Bezug zur Straße her. Nach dem Mauerfall und dem Umzug der Botschaft von Bonn nach Berlin zog die Botschaft 1994 in die Lassenstr. Das Neubauprojekt auf altem Grund fand erst nach dreimaliger Überarbeitung, nach der nun die Straßenfront mit einer Sandsteinlochfassade und der Aufbringung von Namensreliefs berühmter Polen sowie statt eines geschlossenen Erdgeschosses gläserne Fenster und eine Gliederung durch Kupferpaneele vorsahen, die Zustimmung der Senatsbauverwaltung. Am 27. Januar 2004 gab die polnische Regierung allerdings den Verzicht auf einen Neubau, vermutlich aufgrund fehlender Geldmittel, bekannt und wollte stattdessen das Baudenkmal sanieren und dann wieder als Hauptsitz der Botschaft nutzen. Die Arbeiten gingen jedoch kaum voran und wurden durch neue Entscheidungen gestoppt. Immer wieder kam es zu Verzögerungen durch neue Bestimmungen, die den großen Wurf der Architekten verhinderten. Letztlich wurde das Gebäude 2016 abgerissen. Der Neubau wurde 2024 fertig und die Eröffnung erfolgte Mitte Januar 2025.  Die helle Fassade hat eine mehrschichtig gegliederte Struktur und im Erdgeschoss schaffen Arkaden einen repräsentativen Zugang zur Botschaft. Die Architektur verbindet Außen- und Innenraum mit kunstvollen Licht- und Schattenspielen. Das zweigeschossige Foyer bietet für Veranstaltungen Platz für bis zu 800 Personen. Auf mehr als 10.000 qm sind Büros, Empfangs- und Konferenzräume, die Konsular-Abteilung und Mitarbeiter-Wohnungen untergebracht. Auch das Polnische Kulturinstitut soll dort bald einziehen. Platz für die gut 60 Botschaftsmitarbeiter ist also reichlich vorhanden.

Botschaft der Republik Polen